• Gabriele Grimme

Review: Front Line Assembly — Mechanical Soul

Eine Band mit seismographischem Gespür

++ Genre: Electro-Industrial ++ VÖ: 15.1.2021



Front Line Assembly — das sind 35 Jahre ununterbrochene Electro-Industrial Power mit etlichen Wechseln der Bandmitglieder und einigen musikalischen Grenzgängen zu EBM, Techno/Trance und Metal. Die rote Linie stimmt aber, wie man an diesem neuen Werk hören kann.

Wie viele Alben waren es noch gleich? So richtig ist es nicht zu ermitteln, je nachdem welche Veröffentlichung (live, Demotape usw.) als Album mitgezählt wird, rangiert es zwischen 18 und 28 Veröffentlichungen. Dazu gesellen sich noch Singles, EPs, Beiträge auf Compilations usw. usf.

In diesen langen Jahren probierten sie einiges aus wie z.B. das rein instrumentelle Album „AirMech“ (2012), welches zugleich der Soundtrack zum gleichnamigen Computerspiel darstellt. Nachdem sie eine Phase hatten, in denen Metalgitarren ihren Sound erweiterten, stellt sich nun DIE Frage: Mit oder ohne Gitarre?

Ja, die Gitarre darf bei „Stifle“ nochmal ran, gespielt von Dino Cazares der Metal-Band Fear Factory aus Los Angeles. Das Lied platzt nur so vor unterdrückter Aggression und Bissigkeit. Der verzerrte Gitarrensound trägt zur Endzeit-Stimmung bei, die sich beim nächsten Titel „Alone“ bedrückend fortsetzt und manifestiert — optisch passend im Video umgesetzt.


Das sanfteste Lied auf diesem Album ist ausgerechnet „Barbarians“. Bei diesem Titel ist als Guest Vocal Jean-Luc De Meyer von Front 242 zu vernehmen. Ein weiterer guter Repräsentant des Albums ist der Track „Unknown“, der fast ungewöhnlich melodisch in Richtung Synthiepop unterwegs ist.

Möglicherweise ist es dem globalen Lockdown und der Schließung der Clubs geschuldet, dass dieses Album kaum ‚dancefloor killer“ enthält. „Hatevol“ könnte einer sein. Dieser war auf „Wake Up The Coma“ (2019) schon zu hören und wurde auf dem neuesten Produkt aus dem Hause Front Line Assembly nochmals als Mix von Black Asteroid mit knallhart pumpenden Bässen verewigt. Bevor es doch zu einseitig wird, enthält der letzte Track einen Überraschungseffekt, den ich nicht spoilern will bis darauf, dass ich hektisch nachschaute, ob meine Playlist spinnt.

Ich höre hier eine ausgereifte Arbeit einer Band, die wahrscheinlich mit verbundenen Augen die richtigen Knöpfe und Kniffe kennt, um es gut hinzubekommen. „Mechanical Soul“ ist eher ein Album zum Hin- und Zuhören als zum Party machen. Da wir das z.Z. eh nicht können, ist das Release genau richtig vom Timing.


++ Website ++ Facebook ++ Bandcamp ++ Label: Metropolis

Tracklist:

  1. Purge

  2. Glass and Leather

  3. Unknown

  4. New World

  5. Rubber Tube Gag

  6. Stifle

  7. Alone

  8. Barbarians

  9. Komm, Stirbt Mit Mir

  10. Time Lapse

  11. Hatevol (Black Asteroid Mix)



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